Beleuchtung

Gütemerkmale der Beleuchtung

Eine gute Beleuchtung ist immer abhängig von der zu erfüllenden Aufgabe und daher relativ. Unter anderem müssen Parameter wie das Beleuchtungsniveau, die Leuchtdichteverteilung, Blendungsfreiheit, Körperwiedergabe, Kontrastwiedergabe, Farbwiedergabe und Farbklima betrachtet werden. Eine Arbeitsplatzbeleuchtung hat andere Anforderungen, als beispielsweise die Beleuchtung einer Bar. Die Sehaufgabe sollte unter zweckgebundenen, optisch-geometrischen, arbeitswissenschaftlichen und gestalterischen Gesichtspunkten analysiert werden.

Beleuchtungsniveau

Das Beleuchtungsniveau sollte von der zu erfüllenden Sehaufgabe abhängig gemacht werden. Hierbei gehören volkswirtschaftliche wie auch psychologische Erkenntnisse zu den wichtigsten Faktoren.

Leuchtdichteverteilung [lx]

Die Leuchtdichteverteilung am Arbeitsplatz sollte eine ausgewogene Helligkeitsverteilung besitzen. Dies setzt eine behagliche und physiologisch optimierte Beleuchtung voraus. Die Leuchtdichtesprünge innerhalb eines Arbeitsplatzes mit verschiedenen Hauptarbeitsflächen sollte nicht größer sein als 1:3. Der Leuchtdichteunterschied zwischen Hauptarbeitsfläche und deren Umfeld sollte nicht größer als 3:1, oder 4:1 sein. Leuchtdichteverhältnisse, die größer als das Verhältnis 10:1 sind, werden als unangenehm empfunden und können sich negativ auf das Arbeitsverhalten auswirken. Angrenzende Räume sollten keinen größeren Leuchtdichteunterschied als 5:1 und angrenzende Verkehrswege mindestens 10% des Raumbeleuchtungsniveaus haben.

Blendungsfreiheit

Eine wichtige Voraussetzung für eine gute Beleuchtung ist die Blendungsfreiheit. Durch zu hohe Leuchtdichteunterschiede im Gesichtsfeld oder durch Reflexblendung, wird die Arbeitsproduktivität negativ beeinflusst. Die Beeinträchtigung der Sehleistung fällt unter physiologische Blendung, eine hervorgerufene Unbehaglichkeit nennt man psychologische Blendung. UGR (DIN EN 12464-1) ist die Abkürzung für Unified Glare Rating – zu deutsch vereinheitlichte Blendungsbewertung. Das UGR-Verfahren ist von der von der internationalen Beleuchtungskommission CIE entwickelt worden und dient der Bewertung und Begrenzung der psychologischen Direktblendung.
Hierbei wird die Blendung der gesamten Beleuchtungsanlage für eine definierte Beobachterposition berechnet. Je niedriger der UGR-Wert, desto geringer ist die Blendung. Zusätzlich erfolgt die Angabe des Elevationswinkels 65°, 75° oder 85° für Leuchtdichten < 1.000 cd/m2 (Verhältnis von Lichtstärke zur Fläche). Hierbei handelt es sich um den Grenzwinkel, oberhalb dessen die Leuchte rundum eine Leuchtdichte von 1.000 cd/m2 hat.


Blendung

Körperwiedergabe

Von Lichtrichtung und Schattenwurf ist es abhängig, wie die Körperform eines Gegenstandes wahrgenommen und erkannt wird. In Räumen gibt es meist mehrere Lichtrichtungen und durch die Reflexion von Wänden und Einrichtung gibt es einen großen Diffusanteil. Die Körperwidergabe hängt mit folgenden Parametern zusammen:

  • Lichtverteilung im Raum
  • Körperform
  • Schattenausbildung und Lichtverteilung auf dem Körper
  • Oberflächenstruktur
  • Umfeld
  • optische Orientierungshilfen

 

Kontrastwiedergabe

Kontrastwiedergabe beschreibt die Beziehung zwischen Kontrastwahrnehmung und Leuchtdichtekontrast bzw. Farbvalenzkontrast. Leuchtdichtekontraste werden entweder durch unterschiedliche Reflexionsgrade oder durch Beleuchtungsstärkeverläufe hervorgerufen. Farbvalenzkontraste ergeben sich aus unterschiedlichen Körperfarben oder aus farbigen Reflexen aus der Umgebung.

Farbwiedergabe

Je nach Lichtfarbe der Lichtquelle werden Farben unterschiedlich wiedergegeben. Als natürlich werden Farben gesehen, die zur Beleuchtung eine Leuchtquelle haben, die alle Spektralfarben enthält. Im Allgemeinen sollten niedrige Beleuchtungsstärken mit einer warmen Lichtfarbe und hohe Beleuchtungsstärken mit einer kalten Lichtfarbe belegt werden. Warme und neutrale Lichtfarben werden im Allgemeinen als gemütlich oder behaglich empfunden. Mit der Wahl der Lichtfarbe können Farbkontraste stärker hervorgehoben werden.
Behaglichkeitskurve in Abhängigkeit zur Farbtemperatur

Zusammenfassend

Unterschiedliche Sehaufgaben fordern eine unterschiedliche Güte der Beleuchtung. Die Gütemerkmale sind als Gesamtheit einer Beleuchtungsanlage maßgebend. Eine Analyse der Sehaufgabe, der Raumfunktion und Raumgegebenheit kann zu optimalen Ergebnissen für den Sehkomfort, die Sehleistung und das visuelle Ambiente führen. Gut gewähltes Licht kann den sinnlichen und realen Wert eines Objektes, Raumes oder Gebäudes erhöhen und somit das Wohlbefinden des Menschen positiv beeinflussen. Licht ist zu einer Disziplin geworden die immer stärker im Kontext zu sehen ist. Licht wird als interdisziplinäre Verbindung mit den Bereichen Energie und Elektrotechnik, Ergonomie, Physiologie, Psychologie, Farbe und Gestaltung, Elektronik, Ökologie und Ökonomie gesehen. Diese vielfältigen Disziplinen finden zusammen mit der Architektur ihren Ausdruck im Licht als Gesamtergebnis.

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